LOGBUCH VERLAG

Pressendrucke im Logbuch Verlag

2014 haben wir mit der Herausgabe von Pressendrucken begonnen. Jeder Band hat das Format 12 x 19,5 cm, Innenteil farbiger Offsetdruck, Umschlag 8-seitig im Handpressen-Buchdruck manuell gedruckt, Satz in Blei oder Holz, Illustrationen Nylon-Klischees. Je Band 1.000 (#1 & #2) oder 500 (ab #3) nummerierte Exemplare.

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Pressedruck Band

Band 10: Samuel Taylor Coleridge »Die Ballade vom ALten Matrosen«

Zweisprachige Ausgabe; Übersetzung des Originaltextes von 1792 von Rainer Iwersen, durchgehend mit Papierschnitten illustriert von augen:falter aus Leipzig.
(Bremen 2022, 72 Seiten, ISBN 987-3-9817345-7-7, xx €; Vorzugsausgabe: den ersten 100 Exemplaren ist ein merfarbiger Druck von Katja Zwirnmann beigelegt; ausserdem ist parallet eine Edition von Papierschnitten der Illustrationen erschienen)

Samuel Taylor Coleridge (1772 –1834) war ein englischer Dichter der Romantik, Kritiker und Philosoph. The Rime of the Ancient Mariner veröffentlicht er in der gemeinsam mit Wordsworth herausgegebenen Sammlung Lyrical Ballads, die nach traditioneller Auffassung die englische Romantik begründete. 

Rainer Iwersen (1945) Studium der Literatur und Philosophie in München, Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, ist Übersetzer, Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer der bremer shakespeare company. 

augen:falter
Dem Künstlerkollektiv mit Leidenschaft für originalgrafische Techniken, das im Jahr 2008 in Leipzig gegründet wurde, gehören Katja Zwirnmann (Umschlag und Vorzug), Julia Penndorf (1. Teil),  Urte von Maltzahn-Lietz (2.), Nadine Respondek (3.), Petra Schuppenhauer (4.), Inka Grebner (5.), Gerlinde Meyer (6.) und Franziska Neubert (7.) an. Die Künstlerinnen arbeitengemeinsam an Publikationen imBereich der Druckgrafik. DieGemeinschaftswerke präsentierensie neben eigenen Büchern, Mappenund Grafiken in Ausstellungenund auf Buch- und Grafikmessenin Deutschland und anderswo. Die Werke entstehen in Handarbeit und werden im Eigenverlag herausgegeben. Der Name „augen:falter“ ist derwissenschaftlichen Bezeichnungfür eine bunte Unterfamilie derEdelfalter (Augenfalter) entliehen,kann aber auch in einem poetischenSinne aufgefasst werden. Erbeinhaltet so zum einen visuelle,assoziative Aspekte, zum anderenbezieht er sich auf Materialien undhandwerkliche Arbeitsprozesse undhebt den Bezug der Gruppe zurTradition der Druckkunst hervor.


Pressedruck Band

Band 9: Majgull Axelsson »Über die Gleise«

Deutsche Erstausgabe: Drei unveröffentlichte Erzählungen von Maigull Axelsson, übersetzt von Christel Hildbrandt.
(Bremen, erscheint im Frühjahr/Sommer 2022, 40 Seiten, ISBN 987-3-9817345-6-0, 10 €)

Als sie zur Passkontrolle kommt, kann sie ein Grinsen kaum vermeiden. Der Mann in Uniform hinter der Glasscheibe sieht er sehr skeptisch aus, während er ihren Pass durchblättert, und es dauert eine ganze Weile, bis er endlich den Stempel in die Hand nimmt. Was verständlich ist, hält er doch einen isländischen Pass in den Händen, der einer Person mit einem typisch schwedischen Namen gehört. Josefin Andersson. Eine Auswanderin. Und außerdem jung. Sie weiß genau, was sie tun muss, wenn er sie anspricht. Versucht er es auf Englisch, wird sie ihm auf Schwedisch antworten. Oder umgekehrt. Nur um ihn noch weiter zu verwirren. Sie ist ja nicht in der Lage, sich wie die Leute hier im Land zu verhalten, selbst wenn sie es gern wollte, es ist ihr einfach nicht möglich. Auf Island dagegen läuft das ausgezeichnet, wenn sie Isländisch spricht, kann sie lächeln, lachen und sich ganz normal erhalten Irgendwie wird sie dort erwachsen. Was hier nicht der Fall ist. Die Reise hat sie in ein rachsüchtiges Kind verwandelt, ein kleines Mädchen, das gar nicht daran denkt, zu vergessen und zu verzeihen. Denn Schweden ist ein verdammtes Land der Heuchelei. Ein Land voller Feiglinge und Lügner. Von einer humanitären Großmacht ist nicht mehr viel übrig, wenn es die jemals gegeben haben sollte … (aus: »Schlangenaugen«)  

»
In wenigen knappen Sätzen gelingt es der Autorin, die Widersprüchlichkeit der Gefühle deutlich werden zu lassen, die vom Schlachtfeld Kindheit übrig blieben. In den drei Erzählungen begegnen uns Überlebende mit ihren Geschichten, die lange nachwirken, im schönen 9. Pressedruck des Logbuch-Verlags.« (Dr. Lore Kleinert, www.neue-buchtipps.de)

»Majgull Axelssons besondere Zuneigung gilt Randgruppen, auf irgendeine Weise gefährdeten Menschen. In den frisch übersetzten Erzählungen begegnen uns junge Frauen und Mädchen, die sich in einer Extremsituation befinden.« (Dr. Gabriel Haefs, Bücherfrauen)

Majgull Axelsson (1947) gehört zu den bekanntesten Autorinnen Schwedens. Sie hat Journalistik studiert und sich als Journalistin und Autorin immer für Randgruppen, sozial Ausgestoßene und Behinderte in ihrem Heimatland eingesetzt. 1997 gelang ihr der literarische Durchbruch mit dem Roman Die Aprilhexe, für den ihr der renommierte schwedische August-Preis verliehen wurde. Diverse Romane von ihr wurden ins Deutsche übersetzt, zuletzt der Roman Ich heiße nicht Miriam.

Christel Hildebrandt (1952) lebt in Hamburgund übersetzt Belletristik aus dem Schwedischen, Dänischen und Norwegischen ins Deutsche.


Pressedruck Band

Band 8: Edgar Allan Poe »Sturzfahrt in den Mahlstrom«

Eine Erzählung von E.A. Poe und ein Eassay von Archibald Ducan (aus The Mariner's Chronicle), übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Alexander Pechmann, mit zwei Illustrationen von Jörg Hülsmann.
(Bremen 2021, 36 Seiten, ISBN 987-3-9817345-5-3, 10 €)

Drei Jahre vor Poes Tod, begann man in Frankreich »Monsieur Edgar Poe« zu entdecken: zu den ersten drei 1846 übersetzten Geschichten zählte auch Une Descente au Maelstrom. Eine erste deutschsprachige Übersetzung von A. Malz erschien am 17. und 24. April 1852 unter dem Titel Der Mahlstrom in Bremen, im Bremischen Beobachter. Im Juni 1855 folgte Adolf Strodtmanns Übersetzung Eine Hinabwirbelung in den Maalstrom in den Deutschen Monatsheften. Alfred Mürenbergs Fassung Eine Fahrt in den Maelstrom kam 1890 in dem Sammelband Seltsame Geschichten heraus, und es folgten zahlreiche weitere Neuübersetzungen im 20. und 21. Jahrhundert, unter anderem von Hans Wollschläger und Andreas Nohl. Vor 180 Jahren verfasst, hat Poes Erzählung, die er selbst zu seinen besten zählte, nichts von ihrer Kraft und Faszination verloren. Obwohl der Autor sich großzügig aus verschiedenen Quellen bediente, gilt nach wie vor, was H. P. Lovecraft 1927 in seinem Essay Das übernatürliche Grauen in der Literatur, einem Standardwerk der Phantastik, schrieb: »Es mag sein, dass die Geschichten stellenweise melodramatisch und naiv sind [...], doch wird all dies gänzlich von einem machtvollen und angeborenen Gespür für das Gespenstische, Morbide und Schreckliche in den Schatten gestellt, das aus jeder Zelle des kreativen Wesens des Künstlers hervorbrach und sein makabres Werk mit dem unauslöschlichen Zeichen überragenden Genies prägte. Poes unheimliche Erzählungen sind auf eine Weise lebendig, von der andere Autoren nur träumen können.« (aus dem Nachwort von Alexander Pechmann)

 Jörg Hülsmann (1974) hat in Hamburg und Düsseldorf Illustration studiert. Als freier Grafiker gilt sein Schwerpunkt der Buchgestaltung und -illustration. Er hat u.a. Bücher von Theodor Fontane, Jaume Cabré, Ralf Rothmann und Stefan Zweig illustriert.

Alexander Pechmann (1968) ist in der Welt der literarischen Übersetzungen kaum noch wegzudenken. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat in den letzten Jahren herausragende Übersetzungen besonders im Mare- und Aufbau-Verlag publiziert und herausgegeben. Von Anfang an ist er eine wichtige Säule in unserer Verlagsreihe. Seine eigenen Texte, die in der Tradition seiner Klassiker-Übersetzungen stehen, sind im Steidl-Verlag publiziert.


Pressedruck Band

Band 7: Mary Shelley: »Maurice oder die Fischerhütte«

Deutsche Erstausgabe: Eine Erzählung und ein Essay (»Über Geister«) von Mary Shelley, übersetzt und mit einem Nachwort versehenvon Alexander Pechmnann, mit zwei Illustrationen von Erik Kriek
(ISBN 978-3-3817345-4-6, Bremen-Walle 2020, 48 Seiten, 500 nummerierte Exemplare, 10 €)

Mary Shelley (1797–1851) begann schon als Kind Gedichte und Romane zu verfassen. Noch keine 17 Jahre alt, brannte sie mit dem jungen Dichter Percy Shelley durch und bereiste Europa. Im Jahr ihrer Hochzeit 1816 verbrachten beide den Sommer mit Lord Byron am Genfer See, wo sie Ideen für Schauergeschichten sammelten. Schon zwei Jahre später veröffentlichte Shelley ihren »Frankenstein«, den Vater aller Gruselromane, dessen Erfolg es ihr ermöglichte, fortan als angesehene Schriftstellerin zu leben.

Für die elfjährige Laurette Laurettes schrieb Shelley im Frühjahr 1820 eine Erzählung mit dem Titel »Maurice, or the Fisher’s Cot«. Das etwa 40 Seiten umfassende Manuskript war lange verschollen, wurde erst 1997 und 1998 erstmals von der University of Chicago Press veröffentlicht. Sie ist nicht nur eine der schönsten Geschichten Mary Shelleys, sie ist auch ein Vorläufer der komplexen Erzählstruktur ihrer späteren Arbeiten. Shelley greift in ihrer Erzählung Motive auf, die in vielen ihrer Texte auftauchen: das verlorene Kind, das Waisenkind aus gutem Hause, das unter armen Leuten aufwächst, die Vergänglichkeit des Glücks und der Trauer, das Schicksal, das Menschen trennt und zusammenführt. Typisch ist auch die Erzählweise. Die subjektiven Perspektiven der Figuren und die fragmentarischen Informationen in ihren Schilderungen fügen sich nach und nach wie ein Mosaik zu einem lückenlosen Gesamtbild zusammen. Diese Methode kannte Mary Shelley bereits aus den Werken ihres Vaters, und sie sollte sie in ihrem letztem Roman, »Falkner«, perfektionieren.  (Aus dem Nachwort von Alexander Pechmann)

Erik Kriek (1966) studierte in Amsterdam Illustration und ist Autor vieler Comics und Graphic Novels.

Alexander Pechmann (1968) ist in der Welt der literarischen Übersetzungen kaum noch wegzudenken. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat in den letzten Jahren herausragende Übersetzungen besonders im Mare- und Aufbau-Verlag publiziert und herausgegeben. Von Anfang an ist er eine wichtige Säule in unserer Verlagsreihe. Seine eigenen Texte, die in der Tradition seiner Klassiker-Übersetzungen stehen, sind im Steidl-Verlag publiziert.


Pressedruck Band

Band 6: Jean La Fleur: »Hund - Ein Fussballepos«

Erstausgabe: Graphic Novel des Zeichners Jean La Fleur.
(ISBN 978-3-9817345-3-9, Bremen-Walle 2018, 72 Seiten, 500 nummerierte Exemplare, 12 €)

Als 6. Pressendruck unserer Reihe erscheint in deutscher Erstausgabe von Jean La Fleur »Hund – Ein Fussballepos«. In dieser Graphic Novel begleiten wir »Hund« auf den wichtigsten Stationen seiner noch jungen Fußballerkarriere: von der Entdeckung, über seinen ersten Profivertrag und zahlreiche Skandale bis hin zu seinem ersten Finale. Diese Geschichte hat alles – Sex, Drugs und Leckerlis. 

Der in London lebende Autor & Zeichner Jean La Fleur ist der Lukas Podolski des deutschen Cartoons – man muss ihn einfach mögen. Seine größten Erfolge feierte er in eher unterklassigen Ligen mit dem Titanic-Magazin, dem Eulenspiegel und der TAZ. Eine Galerie seiner schönsten Cartoons findet man auch online in seinem Blog euerfreundjean.tumblr.com


Pressedruck Band

Band 5: Jeremiah Reynolds: »Mocha Dick oder der Weiße Wal der Südsee«

Eine überarbeitete Übersetzung des Originaltextes von Jeremiah Reynolds von 1839 durch Alexander Pechmann,
mit zwei Illustrationen von Larissa Bertonasco
(ISBN 978-3-9817345-2-2, Bremen-Walle 2017, 36 Seiten, 500 nummerierte Exemplare, 10 €)

Herman Melvilles »Moby Dick oder Der Wal« von 1851 gilt als einer größten Klassiker der Weltliteratur. Jeder kennt die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes Pequod, dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal Moby Dick jagt, der ihm ein Bein abgerissen hat. Doch bereits 1839 erschien von Jeremiah N. Reynolds (1799–1858) in der New Yorker Zeitschrift »The Knickerbocker« der Artikel »Mocha Dick: or The White Whale of the Pacific«. Er beschreibt darin die Jagd auf einen weißen Wal, der häufig vor der chilenischen Insel Mocha vor der Küste gesichtet wurde und deshalb »Mocha Dick« genannt wurde. Die darin beschriebenen Einzelheiten ähneln teilweise denen von Melvilles Roman so sehr, dass davon auszugehen ist, dass Melville den Text als Grundlage für seinen bekanntesten Roman verwendete. 

Alexander Pechmann (1968) ist in der Welt der literarischen Übersetzungen kaum noch wegzudenken. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat in den letzten Jahren herausragende Übersetzungen besonders im Mare- und Aufbau-Verlag publiziert und herausgegeben. Von Anfang an ist er eine wichtige Säule in unserer Verlagsreihe. Seine eigenen Texte, die in der Tradition seiner Klassiker-Übersetzungen stehen, sind im Steidl-Verlag publiziert.

Larissa Bertonasco (1972) studierte, nach ein paar Semestern Kunstgeschichte und Italienisch in Siena, Illustration an der heutigen HAW. Sie arbeitet in Hamburg in ihrem Artelier Fritzen und ist Mitglied des SPRING-Kollektivs.


Pressedruck Band

Band 4: Friedo Lampe: »Das dunkle Boot«

Sechs Erzählungen phantastischer Prosa, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Dr. Hendrik Werner,
mit zwei Illustrationen von Dirk Uhlenbrock
(ISBN 978-3-9817345-1-5, Bremen-Walle 2016, 52 Seiten, 500 nummerierte Exemplare, 10 €); Vorzugsausgabe: den ersten 50 Exemplaren ist ein signierter 2farbiger Druck von Dirk Uhlenbrock beigelegt, 26 €)

Anlässlich des 70sten Todestages des Bremer Schriftstellers Friedo Lampe legt der Logbuch Verlag in seiner Reihe von Pressendrucken eine Auswahl seiner besten Erzählungen neu auf, ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Dr. Hendrik Werner, Feuilleton-Chef des Bremer Weser-Kuriers, und illustriert von Dirk Uhlenbrock.Lampe wurde 1899 im Hafenquartier des Bremer Stadtteils Walle am nicht mehr existenten Bülowplatz geboren und gilt trotz seinen schmalen Werkes als einer der großen, neu zu entdeckenden Autoren seiner Zeit. Jahrelang wurde sein Werk in Bremen unter anderem vom leider kürzlich verstorbenen Übersetzer und Autoren Jürgen Dierking gepflegt hat. Er hatte auch die mittlerweile leider vergriffene Gesamtausgabe Friedo Lampes 1999 im Wallstein Verlag mitbegleitet.Friedo Lampe selbst hatte nicht viel Glück mit seinem Werk: Sein erster Roman »Am Rande der Nacht« wurde 1933 wegen relativ offen dargestellter Homosexualität und dem Verhältnis einer Bremer Hausfrau zu einem Schwarzen von den Nationalsozialisten eingezogen. Und das Erscheinen seines Erzählbandes »Von Tür zu Tür« erlebte er leider nicht: zu Kriegsende erkannt ein sowjetischer Soldat den abgemagerten Autoren nicht in seinem Wehrpass, hielt ihn für einen flüchtigen Nazi und erschoss ihn in Kleinmachnow.

Friedo Lampe (1899–1945) ist ein vielgeachtete Adresse in der Bremischen Literatur und durchlebt mittlerweile ein richtiges Comeback. Nicht zuletzt durch die Veröffentlichung seiner (aufschlussreichen) Korrespondenz als wunderbare Ergänzung zu seinem schmalen Werk und eine Biografie von Johann-Günther König (beide im Wallstein Verlag).

Dirk Uhlenbrock (1964) ist Illustrator, Grafik-Designer und Schriftgestalter in Personalunion, hat eine hohe Affinität zum Letterpress und fühlt sich der Welt der analogen Gestaltung pudelwohl. Er arbeitet kosmopolit und heimatverbunden in Essen-Werden.


Pressedruck Band

Band 3 (Vergriffen): Miriam Wurster: »Gewalt im Alltag«

Erstausgabe: 40 Cartoons von Miriam Wurster | Ausgezeichnet als Cartoonbuch des Jahres von den Komischen Künsten Wien 2015
(ISBN 978-3-9817345-0-8, Bremen-Walle 2015, 48 Seiten, 4-farbiger Druck, 500 nummerierte Exemplare, 10 €)

»Cartoonbuch des Jahres!« (Komische Künste Wien)

Miriam Wurster (1964) studierte Illustration und Cartoon an der HfK Bremen. In der Hansestadt ist sie besonders als die eine Hälfte des Zeichnerinnenduos »mutterwitz« bekannt. Gemeinsam mit Bettina Bexte hat sie zweieinhalb Jahre lang eine halbe Seite im Kurier am Sonntag mit Cartoons über Bremen und die Welt gefüllt. Doch auch überregional ist sie seit einigen Jahren sehr präsent: Bei spiegel online, Charlie Hebdo, im Stern, in der Für Sie und in den Satireblättern Titanic und dem Schweizer Nebelspalter. Das Spektrum reicht vom aufwändig gezeichneten absurden Witz bis zum knapp gehaltenen tagespolitischen Cartoon. 2015 erhielt sie den Deutschen Karikaturenpreis, 2018 den »Karikaturenpreis der Deutschen Zeitungen«..


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Band 2: John William Polidori: »Der Vampyr«

Eine Neuübersetzung des Originaltextes von 1819 von John William Polidori durch Alexander Pechmann, mit zwei Illustrationen von Henning Wagenbreth.
(ISBN 987-3-00-047674-7, Bremen-Walle 2014, 40 Seiten, 1.000 nummerierte Exemplare, Volksausgabe: 10 €, Vorzugsausgabe: den ersten 100 Exemplaren ist ein signierter Druck von Henning Wagenbreth beigelegt, 24 €, nur in unserem Logbuchladen erhältlich)

John William Polidori (1795 – 1821) verdankt seinen Ruhm eher der Tatsache, Leibarzt und Reisebegleiter des berühmten romantischen Dichters Lord Byron gewesen zu sein, als seinem eigenen literarischen Werk. Er hatte mit neunzehn Jahren eine Doktorarbeit zum Thema Schlafwandel vorgelegt und galt als gebildeter, gutaussehender und talentierter junger Mann, als er sich Byron anschloss, der den Sommer 1816 am Genfer See verbringen wollte. In Monalègre trafen sie Byrons Geliebte Claire Clairmont und deren Halbschwester Mary Godwin mit ihrem späteren Mann, dem Dichter Percy B. Shelley. Inspiriert durch einen Band deutscher Gespenstersagen, begann man sich die Zeit mit dem Erzählen eigener unheimlicher Geschichten zu vertreiben. Der weltbekannte Roman Frankenstein 1818) hat hier seinen Ursprung. Polidori scheint in jenen Nächten vom Schicksal einer Dame erzählt zu haben, deren Kopf sich in einen Totenschädel verwandelt, nachdem sie durch ein Schlüsselloch spioniert hat. Diese Geistergeschichte wurde nie zu Papier gebracht. Als The Vampyre 1819 anonym veröffentlicht wurde, schrieb man den Text zunächst Lord Byron zu, in der ersten Buchfassung gab sich jedoch Polidori als Autor zu erkennen. Auch sein erster, heute fast unauffindbarer Roman Ernestus Berchthold versuchte aus der Bekanntschaft mit Byron, Percy und Mary Shelley Kapital zu schlagen, die den jungen Londoner Arzt freilich nie ernst genommen hatten. Ausgegrenzt, erfolglos und unfähig, seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, nahm sich John W. Polidori 1821 das Leben. (aus dem Nachwort von Alexander Pechmann)

Henning Wagenbreth (1962) unterrichtet in Berlin seit 1994 Illustration und hat sich mit seinen einzigartigen Arbeiten auch interntional einen Namen gemacht.

Alexander Pechmann (1968) ist in der Welt der literarischen Übersetzungen kaum noch wegzudenken. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat in den letzten Jahren herausragende Übersetzungen besonders im Mare- und Aufbau-Verlag publiziert und herausgegeben. Von Anfang an ist er eine wichtige Säule in unserer Verlagsreihe. Seine eigenen Texte, die in der Tradition seiner Klassiker-Übersetzungen stehen, sind im Steidl-Verlag publiziert.


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Band 1: Jutta Reichelt »Es wäre schön«

Vier unveröffentlichte Erzählungen der Bremer Autorin Jutta Reichelt.
(ISBN 987-3-00-044772-3, Bremen-Walle 2014, 32 Seiten, 1.000 nummerierte Exemplare, 8 €)

Es gefällt ihr, neben Mike im Auto zu sitzen. Auf dem Beifahrersitz. Es gefällt ihr, wie sicher und zugleich konzentriert er fährt. Er hat das Auto von einem Freund organisiert, nachdem sein eigenes nicht angesprungen war, er hat kein großes Aufhebens davon gemacht, nur angerufen und gesagt, dass er sich verspätet und sie sich keine Sorgen machen solle, er habe alles im Griff. Er hat gesagt, ich brauche höchstens eine Stunde.Es war dann nur eine dreiviertel Stunde und sie hat gesagt, dass es nicht nötig gewesen wäre. Sie müssten nicht zu ihrer Mutter fahren, es sei nicht so wichtig. Er hat gelächelt und erwidert, nun sei aber doch schon alles geklärt, jetzt sei es doch unsinnig, wenn sie nicht führen, obwohl sie doch fahren wollten. Katja weiß nicht, ob sie fahren will. Es hat sich so ergeben oder vielleicht kam es ihr auch notwendig vor, wegen Mike.Sie hat Mike in einem Fitness-Studio kennen gelernt. Einen Monat dauerte es, bis sie sich zunickten und bestimmt zwei Monate, bis sie das erste Mal miteinander redeten. Ein dicker, stark schwitzender Mann hatte die Geräte benutzt, ohne ein Handtuch unterzulegen, und sie hatten es beide registriert und sich kopfschüttelnd darüber verständigt und dann hatte Katja den Mann angesprochen und ihm gesagt, dass er das bestimmt nicht wisse, aber dass es in diesem Studio üblich sei, ein Handtuch zu benutzen. Der Mann hatte sie angesehen und war, ohne ein Wort zu sagen, aus dem Raum gegangen und Mike hatte sie angelacht und gesagt, wie gut und wie mutig und zugleich auch geschickt er das gefunden hätte. Sie hatte dann auch gelacht, weil ihr seine Begeisterung übertrieben vorgekommen war. Sehr übertrieben und sehr sympathisch. (aus: »Etwas Ernsteres«)
 
Jutta Reichelt (1967) ist Schriftstellerin und lebt in Bremen. Sie leitet und entwickelt Workshops und Schreibprojekte u.a. für Schulen, Hochschulen, Theater und Museen und bloggt »Über das Schreiben von Geschichten«. Sehr genau beobachtet die Autorin in diesen 4 Erzählungen den schmalen Grat zwischen alltäglicher Normalität und versteckter Verrücktheit. Eher beiläufig und in einer schnörkellosen Sprache baut Jutta Reichelt eine subtile Spannung auf und gewährt Einblick in die Lebenswelt ihrer Figuren, die von sich anbahnenden oder zurückliegenden Katastrophen umgeben sind – und das selbst vielleicht gar nicht wahrnehmen.